Dienstag, 17. Januar 2017

GUT BEHÜTET - ein Hut kommt selten allein

 

Meine Ü50 Hutmode

Ich habe einige Hüte, die ich auch schon hin und wieder im Blog gezeigt habe, aber noch nie in einem eigenen Beitrag.  Und so mache ich gerne bei der Blogparade von Andrea mit und zeige mal ein paar meiner Hüte. Dazu möchte ich auch meine alten Beiträge verlinken, wenn Du Lust hast, kannst Du heute munter klicken!

Leider sind Hüte heutzutage viel zu selten in Stadtbild vertreten, zumindest in Berlin. In anderen Haupstädten, wie Moskau, Prag, Warschau oder Paris, gehören Hüte viel selbstverständlicher zu einem Outfit dazu.

Der erste Hut hier oben ist zugleich mein ältester. Gekauft habe ich ihn Anfang der 90er Jahre im Centrum Warenhaus am Berliner Ostbahnhof, als er gerade Hauptbahnhof hieß und gezeigt habe ich ihn zum Oktoberfest 2015. Da hatte ich ihn mit Edelweiß Ansteckern aufgepeppt.


Im Januar 2015 war ich fast mit dem Hut fliegen - zumindest auf dem Berliner Fliegerberg. Und richtig alte Fotos aus Finnland (1991) gab es HIER zu sehen!


Auch der zweite Hut ist ein schwarzer Filzhut, mit etwas Tüll und kleinen Glitzerpiepsen. 


Zu sehen war er mal bei der lustigen Blogparade, in der ein Kleid in mehreren Variationen gezeigt wurde:



Mein schwarzer Strohhut war eine Anschaffung für eine Betriebsfeier und er ziert mein Rübchen bei diversen Events und Abendveranstaltungen.


Es gibt ein Foto aus dem KaDeWe, das ich schon einge Male gezeigt habe:


Und noch eines aus Paris:


Meinen nächsten Hut hast Du noch nie gesehen. Den großen dunkelblauen wollte eine Freundin entsorgen und ich habe ihn gerettet. Getragen wird er dann, wenn ich mal auffallen will. Zum Beispiel als Flohmarktverkäuferin oder zu einer Spendensammlung. Ein Rock von MarcCain hat exakt die Farbe der Schleife und ich trage gerne beides zusammen.

Es folgt mein "Trapperhut" von H+M. Ich habe eine Freundin beim Einkauf begleitet, sie kaufte sich einen grauen Hut und ich kam an diesem schwarzen Wollfilz nicht vorbei - und zu meinem Geburtstagsposting hatte er schon seinen großen Einsatz.





Jetzt wird es bunter - mit einem lustigen Hut von Hermes - den erkennst Du sicher, den trage ich im Sommer sehr gerne als Sonnenschutz.




Diesem Hut habe ich auch schon in einem ganzen Beitrag im Detail gezeigt. Und in Wien kamen die indischen Blumen sogar mit zum ESC.


Meine letzte Anschaffung ist eher eine Kappe - etwas albern und nicht ganz "altersgerecht". Das ist mir egal, denn wenn ich damit herumlaufe, bekomme ich immer Komplimente und werde angelächelt :-)



Wie zum Beispiel bei der Eröffnung des neuen Louis Vuitton Stores in Berlin - am 15.12.2016


Der pinke Hut, den ich zum letzten Oktoberfest in München trug, muss auch unbedingt noch gezeigt werden, auch wenn das richtige Tragebild auf sich warten läßt! Da läßt Du einfach Deine Phantasie spielen - das habe ich auch gleich mal gemacht: Für mich hat er was von einem Lausbubenhut. Ich stelle mir vor, ich trage ihn, wenn ich in den Alpen über eine Wiese spaziere, um nach einem Edelweiß Ausschau zu halten. Natürlich will ich es nicht abrupfen, nur ein liegendes Selfie mit ihm machen.


Und dann fehlen noch die ganzen Sommerhüte. Da suche ich einfach einige Blogartikel zusammen und zeige noch ein paar Fotos dazu:

Sommerfeeling in Berlin:


Das ganze Outfit ist HIER zu finden. Am selben Berliner Wasserloch war ich auch beim nächsten Besuch wieder gut behütet unterwegs.


Einen richtigen Strohhut gibt es auch noch, er hat inzwischen schon etwas gelitten, da muss wohl mal in ein höherwertiges Exemplar investiert werden:


Im letzten Sommer gab es bei ALDI Hüte aus Papier. Da habe ich einen weissen Hut gekauft, den ich mit verschiedenen Seitentüchern zum jeweiligen Outfit verändern kann. Einmal bin ich damit in Berlin unterwegs und einmal auf der dänischen Nordseeinsel Römö.



Und das war's mit meinen Hüten. Falls ich welche vergessen habe, werde ich sie noch nachreichen, aber für heute gibt es sicher genug zu sehen. Nicht nur bei mir, an dieser Blogparade beteiligen sich viele gut behütete Damen:

Sonntag, 15.01.2017:
Rena von dressedwithsoul
Sabina von oceanbluestyle at manderley
Sabine von achtstundensindkeintag
Steffi von theblondeladylioness
Sunny von sunnys-side-of-life
Tina von tinaspinkfriday

Dienstag, 17.01.2017
Ari von ari-sunshine
Bärbel von uefuffzich
Ela von elablogt
Ines von meyrose
Sabina von oceanbluestyle at manderley
Sabine von blingblingover50

Freitag, 20.01.2017
Fran von fran-tastic-world
Love T. von 50looksoflovet
Natascha von champagnerzumfruehstueck
Sara von herz-und-leben
Tina von tinaspinkfriday 
 


Auf der Suche nach weiteren Hüten bin ich über einen Beitrag aus Nordfriesland gestolpert - auch im Watt vor Husum war ich #gutbehütet unterwegs.


Sonntag, 15. Januar 2017

Klassische Armbanduhren: CHANEL J12

 CHANEL UHR J12 WEISS


Keine Farbe passt so perfekt zum legendären Material der J12, der Keramik, wie Weiß.
Sie unterstreicht den reinen Anspruch des Designs dieser zeitlosen Ikone.




Das Zitat ist von der CHANEL Homepage und beschreibt ungefähr das Gefühl in meinem Kopf, als ich diese Uhr zum ersten Mal getragen sah. Sie schwebte am Handgelenk einer Frau, deren Haut eine ganz leichte Sommerbräune hatte, die schwarz - weiss gekleidet war und die ich ausserdem total sympathisch fand. Ich fasste mir ein Herz und fragte sie (wir hockten in einer sehr privaten Runde mit anderen richtig verseuchten Taschenmädels), ob ich die Uhr mal probieren darf. Ich durfte. Warm und schwer schloss sie sich mit einem einfachen Schnapp um mein Handgelenk und plötzlich hatte ich einen Traum. Einen Uhrentraum! Er hieß J12.


Also wurde gespart, ganze gute 4 Jahre lang, weil der Sparschweininhalt plötzlich und zwischendurch auch mal für andere Zwischenträume geopfert wurde. Aber mein Ziel verlor ich nicht aus den Augen!


Auf dem Uhrenmarkt gab es plötzlich eine neue Collection: bunte Uhren aus Plaste. Von ICE WATCH. Das Design nennen einige wohlgemeint eine Mischung aus Rolex und J12. Sie gefielen mir richtig gut, in vielen Farben, aber am besten das weisse Model. Irgendwas um die 80 € sollte es kosten - ich stand mehr als einmal kurz davor, mir diese Uhr zu kaufen. Eines Tages habe ich sie sogar anprobiert. Aber sie blieb im Laden, denn ich träumte doch von einer ganz anderen Uhr und so steckte ich den Zaster lieber in die Sparsau.



Dann war sie prall, die Sau und es konnte losgehen. Blöderweise war im Taschenforum zu dem Zeitpunkt gerade ein Rolex-Hype. Sowas ist ja ähnlich den Aktionen, die heute bei Instagram passieren: Einer zeigt eine Uhr (Tasche, Schuhe, Mütze, Armband - was auch immer) und wem es gefällt, der könnte sich leicht beeindruckt zeigen und seinerseits auf die Jagd danach gehen...mir ist das auch schon so ergangen, guckst Du HIER ;-)


Nein, ich bin nicht auf Rolex abgefahren, aber ich ging zu diesem Forum und wollte wissen, was die Männer (Frauen waren damals eher selten dort anzutreffen, das hat sich aber geändert!) über meine zukünftige Uhr und ihre Qualitäten denken. Sie sei sehr solide, hätte ein gutes Werk und sei genau und ordentlich wasserdicht aber...

...dann las ich es, dieses Wort, dass ich nicht vergessen werde und über das ich heute nur noch grinsen kann: es sei doch insgesamt eher eine MÄDCHENSPIELUHR.

Tja, dann habe ich jetzt eben eine Mädchenspieluhr. Seit März 2016 lag sie immer öfter in ihrer Kiste, weil ich unter die Fitbit Träger gegangen bin und dann kam es zu einer Folgeinvestition: Mein Schatz schenkte mir zum Geburtstag einen Uhrenbeweger.



Denn die J12 ist eine Automatikuhr. Bewege ich mich, läuft sie. Und wenn ich sie nicht trage, lasse ich sie jetzt bewegen. Ich wollte so ein Ding selber bauen, aus einem alten Plattenspieler. Aber wie das immer so ist, mit meinen DIY Projekten: sie stecken irgendwie in meinem Kopf fest.

Die J12 gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Varianten. Schwarz, weiss, beides, mit Chrom, mit ein paar Brillianten, voll mit Diamanten, Zifferblätter oder Lünette in hellblau oder rosa, mit dunkelblauen Mondphasen (die war limitiert und wunderschön). Ja, ich habe die Version e wie einfach. Bei Taschen sagen die Verkäuferinnen in den Läden gerne garstig EINSTEIGERMODEL, wenn jemand eine Evelyne, Speedy oder Neverfull kauft. Angesichts der heutzutage aufgerufenen Preise, finde ich das ziemlich frech.

Was soll ich groß sagen: genau diese Uhr wollte ich ja. Für mehr hatte ich gar nicht gespart. Es gibt sie auch für hoch fünfstellige Beträge - aber nach oben hin ist bei Luxus ja selten eine Grenze. 



Ich finde sie klassisch, übersichtlich und auch recht sportlich. Und, was für mich auch wichtig ist: ihre Schönheit vergeht nicht. Das Material ist unverwüstlich. Sie glänzt noch immer perfekt und sieht aus wie am ersten Tag!


In verschiedenen Artikeln habe ich meine Traumuhr schon gezeigt, sie passt zu jedem Outfit:











Na, vielleicht doch nicht zu jedem. Beerdigungen schliesse ich mal aus, aber dafür hätte ich ja mein schwarzes Band von Fitbit, denn die Schritte, die man auf diesen Örtlichkeiten zurücklegt, können ja durchaus beachtlich sein! 


Im Haushalt gibt es noch eine Uhr, die auf dem Weg zum Klassiker ist: die APPLE iWATCH - in der feinen Ausführung mit Hermes Armband und Zifferblatt. Die sollte unbedingt mit auf die Fotos, damit es heute doch noch etwas bunter zugeht. Denn das Leben ist bunt und das ist gut so *denkdirhiereinengroßenregenbogen*

Danke liebe Ines, für Deine zweite feine Blogparadenidee in diesem jungen Jahr! Es macht mir immer richtig Spass, dabei zu sein!




Dienstag, 10. Januar 2017

Strickmantelwoche

Strickmantel oder Strickjacke

Ich habe einige richtig lange Strickjacken - lang heisst bei mir, dass sie reichlich über den Po und bis zum Oberschenkel gehen und eine davon ist eine ganz dicke und entsprechend schwere Jacke. Sie ist irgendwie doppelt gestrickt, von innen rot und das, was wie Rauten aussieht, ist innen Blau und aussen wären im Detailfoto rote Maschen zu erkennen. Dadurch ist sie durchaus outdoortauglich, aber trotz des hohen Kragens ist es für mich eher eine lange Jacke, denn ein kurzer Mantel. Sie sieht mit den Knöpfen und den Taschen einfach zu sehr nach "Jacke" aus und damit war sie raus aus der Aktion. Zu Zwecken der besseren Anschaulichkeit bekommst Du natürlich auch Fotos davon zu sehen:

 MARIA SARTINI - CASHMERE MADE IN ITALY
 

 10 Tipps für den Strickmantel Einkauf


Als ich wochenlang auf Sylt chillte, war eines Tage in dem Sansibar-Laden gerade Sale und Schilder mit Prozenten ziehen mich ja magisch an. Also nix wie rein, wenn draussen steht, dass es 50% auf Bekleidung gibt. Die ganzen Plünnen mit den all zu offensichtlichen gekreuzten Schwertern ließ ich links liegen und steuerte wie auf Schienen auf die Kleiderstange mit den Kaschmirsachen zu. Sah einen feinen grauen Mantel, schlüpfte hinein und...


...verliebte mich Hals über Kopf in das Material. Weich, wohlig, warm, locker, flauschig, edel - ein Traum aus Ziegenhaar. Die Verkauferin sagte, dass Iris von Armin (in Kampen verkaufte sie die ersten Pullover und Sylt ist quasi ihr zweites Zuhause) ihre Kaschmirqualitäten vom selben Hersteller bezieht. Nun ja, das klingt wirklich richtig gut, aber glauben muss ich es deshalb ja noch lange nicht. 





Coole Farbe, cooler Schnitt und zu meinem großen Glück sind die Ärmel auch lang genug für meine Affenarme mit Spinnenfinger. Darf man solche Wörter eigentlich in Zeiten von Jägerschnitzel, Zigeunersoße und Negerkuss noch sagen oder haben die Affen und Spinnen auch schon eine Lobby?

Jedenfalls freute mich die Ärmellänge am meisten, bis die Verkäuferin meinte, sie mir unbedingt umkrempeln zu müssen, weil sie das bei einer anderen Kundin auch getan hatte. 


Der reduzierte Preis von 650,00 € war echt eine Überlegung wert, zumal in Berlin sicher das Weihnachtsgeld auf mich wartete und ich für mich noch gar kein Geschenk zu Weihnachten hatte und ich bei mir eigentlich immer recht spendabel bin - einer muss es ja sein! 


Meine Freundin knipste während meiner Anprobe ein paar Spy-Pics mit ihrem Handy und ich hängte den Mantel erstmal zurück auf die Stange, um doch noch etwas zu überlegen und wir gingen weiter zur Kaffeerösterei Sylt. Mit etwas Abstand und mit Verstand schaute ich mir die frischen Fotos an und speziell dieses erweckte mich aus meinem Manteltraum:


Ich kann noch so breit grinsen, die ganze Gestalt sieht nicht sehr fröhlich aus. Diese abfallenden Schultern und die Ärmelnaht in Höhe der Pockenimpfung gaben mir zu denken. Aber es wurde noch etwas deutlicher, als ich die rückwärtige Ansicht präsentiert bekam.


Nein, so möchte ich nicht herumlaufen. Ohne meine Freundin hätte mich die Verkäuferin sicher in diesen Mantel reingequatscht, ich war ja für die sachlichen Argumente meiner Einkaufsbegleitung schon lange nicht mehr empfänglich. Wir gingen noch ein zweites Mal in den Laden und ich probierte das gute Stück gleich noch einmal an und dann sah ich es plötzlich auch:



Ich hatte Oberarme und ein Kreuz wie ein Preisboxer, allerdings wie einer mit traurigen Schultern. Also blieb er im Laden, der Schnäppchenmantel und ich bin heute sehr froh darüber. Wenn diese Entscheidung falsch gewesen wäre, hätte ich es schon bereut und würde dem Mantel hinterher jammern, aber so bin ich happy, dass ich das Geld nicht ausgab, sondern ich mir mein Weihnachtsgeschenk in einem anderen Laden kaufen konnte. Auch grau übrigens, jedenfalls von einer Seite. Von der anderen ist es orange, wie die Tüte, in der es steckte!

Und was ist jetzt mit den 10 Tipps? Die kommen zum Schluss, genau wie das BESTE - nämlich der LINK auf die Initiatorin der Strickmantelwoche: Ines, die Stilberaterin, die mir sicher einen hilfreichen Kommentar zu diesem Mantel schreibt, denn sie kann sogar immer in der Theorie begründen, was einem in der Praxis missfällt oder, was man falsch gemacht hat. 

10 Tipps zum Strickmantel Einkauf
  1. passt er dir wirklich richtig?
  2. siehst Du gut darin aus?
  3. wann willst Du ihn tragen?
  4. wieviele solcher Gelegenheiten gibt es?
  5. was kombinierst du dazu?
  6. höre nicht auf die Verkäuferin, die Dir den Schnappo einreden will
  7. höre besser auf die Freundin, die Dir das Schnäppchen ausreden will
  8. schaue immer wieder in den Spiegel, bis Du Dich entschieden hast
  9. frage Dich, ob Du den Mantel auch zum vollen Preis kaufen würdest
  10. kannst Du den Mantel waschen oder musst Du ihn reinigen lassen
Und hier ist die ganze bunte Strickmantelwoche auf einen Blick:

Gunda am Montag 9. Januar 2017
Bärbel am Dienstag 10. Januar 217
Ela am Mittwoch 11. Januar 2017
Sunny am Donnerstag 12. Januar 2017
Andrea am Freitag 13. Januar 2017
Chrissie am Samstag 14. Januar 2017




Donnerstag, 5. Januar 2017

NUR FÜR GUT - die wertvollsten drei oder vier Stücke

 

AUS MEINEM Ü 50 KLEIDERSCHRANK


Ich bin lang - 1,84 cm. Ein Vorteil bei  Konzertbesuchen. Ich habe auch schöne lange Beine. Kein Vorteil in Flugzeugen. Und ich habe richtig lange Arme. Ein Vorteil in Läden aller Art, keine hohe Kante ist vor mir sicher. Allerdings sind meine Arme so unvorstellbar lang, dass die Hersteller von Damenoberbekleidung es kaum glauben können und deshalb an viele meiner Kleidungsstücke zu kurze Ärmel nähen. Ich kaufe die Sachen trotzdem, ich bin ja nicht so.


In den warmen Jahreszeiten stört es mich kaum und für den Winter habe ich Abhilfe geschaffen in Form von Pulswärmern. Wenn der Sommer geht und mir die erste Kälte in meine Jackenärmel kriecht, kommen meine Seidenstulpen aus dem da sempre Shop von Sieglinde zum Einsatz.

Wird es richtig Herbst, habe ich auch welche in einer höheren Preisklasse von Hermès. Sehr chic mit dem typischen Kelly-Schloß, das allerdings auch recht nervig klappert. Und wenn es kältemäßig noch dicker kommt, habe ich auch ein paar fellige Pulswärmer, die an ein paar Jacken und Mänteln auch gleich die entscheidenden Zentimeter mehr Länge geben. Das sind sicher die teuersten Stücke in meiner Sammlung, aber nicht die Wertvollsten.

WERTVOLLE WOLLE AUS DER DDR


Lange bevor ich wusste, was ein Loop ist, hatte ich schon einen, er hiess nur noch nicht so. Ich ging zur Uni, also muss es 1986 oder 1987 gewesen sein - jedenfalls irgendwann in grauen Vorwendezeiten. Da hatte ich eine Idee und bat meine Großmutter (Jahrgang 1905 und seit 1993 nur noch in einer anderen Dimension bei mir) für mich ein winterfestes Set zu stricken. Eine Mütze, einen breiten oder langen Rollkragen und ein paar Pulswärmer. Einfach glatt gestrickt, keine Muster, keine Schnörkel. Echt zeitlose Modelle bitte. Sie fragte nach meinem Farbwunsch, ich entscheid mich für dunkelblau. Die Farbe liebe ich ja nicht erst, seitdem ich blogge :-)


Im Weihnachtspäckchen mit den Dresdener Christstollen, die meine Großeltern für die ganze Sippe selbst buken, fand ich dann dieses Set, dass ich noch immer trage, in Ehren halte und das für mich ein unwiederbringliches Geschenk ist. Steckt doch die Arbeit und die Liebe meiner Großmutter darin.


UNWIEDERBRINGLICHER LUXUS


Natürlich ging im Laufe der vielen Jahre auch mal etwas schief, das ist doch normal - bei mir jedenfalls und vorzugsweise passiert das immer bei den richtig raren oder wertvollen Sachen. Meiner ersten "Westplatte"  - also eine Ariola LP, die ich 1976 auf wundersamen Wegen bekam - verpasste ich gleich am ersten Tag, beim ersten Hören mit der Plattenspielernadel so einen tiefen Kratzer (B-Seite erstes Lied), dass ich den Titel erst nach der Wende ganz und fehlerlos hören konnte, als ich mir ein Back-Up der Scheibe zulegte.


Und so begab es sich, dass die Mütze aus meinem Winter-Set in einer zu heissen Waschlauge landete, seitdem ist sie eigentlich zu klein für meine Omme und auch ein bischen verflizt. Die liegt also inzwischen mehr im Schrank, als dass ich sie trage.


Aber irgendwann werden auch mal wieder solche kleinen engen Mützen modern! Dann bin ich vorbereitet. Der Loop-Schal-Kragen leistet mir dagegen seit Jahrzehnten gute Dienste und seit in den 2000er Jahren die Mützenmode lockerer wurde, trage ich ihn auch einfach als wärmenden Schlauch auf dem Kopf, habe ein Ende aber auch schon mit einem Band verschlossen, dann sieht es komplett nach Mütze aus. Die gerade schwer angesagte gerollte Kante hat sie eh schon - seit Jahrzehnten wohlgemerkt!


Die Pulswärmer sind zwei links / zwei rechts gestrickt und schmiegen sich dadurch elastisch wie am ersten Tag an meine Handgelenke. Sie sind eine wunderbare Ergänzung zu meinem Muff, den ich dann auch endlich mal zeigen kann, wenn hier der Schnee oder wenigstens etwas Frost ankommt.


Für mich ist es Luxus, solche Dinge zu besitzen, zu bewahren und auch zu benutzen. Ich kann kaum noch zählen, wie oft ich seit Ende des Studiums umgezogen bin - und immer kamen diese Stricksachen mit mir mit. Ich bin froh, dass ich nicht Aussortieren muss oder diesem neuen Minimalismus-Trend hinterherrenne.


In den 4 Wochen auf Sylt habe ich den Halswärmer und die Teile für die Pülse oft getragen und natürlich denke ich auch jedes Mal beim Anziehen mit Freude und auch mit Trauer an meine geliebte Großmutter und bin sehr froh, dass ich noch sehr viele Dinge von ihr besitze, die für andere "alter Krempel" wären, aber für mich die Erinnerung an sie lebendig halten.